{"id":177,"date":"2024-05-15T08:07:02","date_gmt":"2024-05-15T06:07:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alexpiehl.de\/wordpress\/?p=177"},"modified":"2024-05-15T08:07:36","modified_gmt":"2024-05-15T06:07:36","slug":"177","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alexpiehl.de\/wordpress\/2024\/05\/15\/177\/","title":{"rendered":"De brevitate vitae"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"724\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.alexpiehl.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/seneca-724x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-178\" srcset=\"https:\/\/www.alexpiehl.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/seneca-724x1024.jpg 724w, https:\/\/www.alexpiehl.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/seneca-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alexpiehl.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/seneca-768x1086.jpg 768w, https:\/\/www.alexpiehl.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/seneca-248x350.jpg 248w, https:\/\/www.alexpiehl.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/seneca-106x150.jpg 106w, https:\/\/www.alexpiehl.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/seneca.jpg 962w\" sizes=\"auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach Seneca ist das Leben nicht kurz, schlechter Gebrauch macht es dazu. Die Gesch\u00e4ftigen verlieren ihr Leben auf der Jagd nach der Befriedigung von sinnlichen Begierden oder in Gier und Ehrgeiz. Der Tr\u00e4ge nimmt in seiner Tatenlosigkeit den Tod vorweg. Wer in\u00a0Mu\u00dfe\u00a0philosophiert, lebt. Dieses\u00a0<em>richtige<\/em>\u00a0Leben ist, was auch immer seine Zeitspanne sein mag, lang genug.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Beweis f\u00fchrt Seneca in kr\u00e4ftiger Sprache viele Beispiele aus seiner Zeit an, wie Menschen ihr Leben verschwenden, wozu der Verfall der Sitten reichhaltiges Material bot. Dem stellt er das erf\u00fcllte Leben von Weisen als anstrebenswert gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon seinen Zeitgenossen galten Senecas Leben und Lehre als widerspr\u00fcchlich.\u00a0In den ersten Jahren der Regierungszeit\u00a0Neros\u00a0(54\u201362 n. Chr.) leitete Seneca als einer der reichsten und m\u00e4chtigsten M\u00e4nner zusammen mit\u00a0Sextus Afranius Burrus die Politik des\u00a0r\u00f6mischen Weltreichs.\u00a0Keine Mu\u00dfe, sondern gesch\u00e4ftiges Leben in extremem Wohlstand. Die Verh\u00e4ltnisse Senecas veranlassten\u00a0Theodor Mommsen\u00a0zu der Bemerkung: \u201eder vor allem sich selber predigte\u201c.\u00a0Seneca \u00e4u\u00dfert sich wiederholt in seinen Schriften zu diesem Widerspruch, er sieht sich selbst als jemand, der nach Weisheit strebt und von diesem Ziel entfernt ist. \u201eWas uns noch zu tun bleibt, ist mehr als was wir bereits hinter uns haben; aber es ist schon ein gro\u00dfer Fortschritt, den Willen zum Fortschritt zu haben. Dieses Bewu\u00dftseins darf ich mich r\u00fchmen: ich will und will mit ganzer Seele.\u201c\u00a0\u201eWer [sage ich] so zu handeln sich vornimmt, entschlossen ist und den Versuch dazu macht, nimmt seinen Weg zu den G\u00f6ttern, und wahrlich, wenn er auch nicht darauf bleibt,\u00a0<em>schl\u00e4gt doch r\u00fchmliches Wagni\u00df ihm fehl<\/em>.\u201c\u00a0Das Auseinanderklaffen von Lehre und Leben Senecas \u00e4ndert nichts an der Richtigkeit seiner Mahnungen. Es beweist nur, wie schwer es ist,\u00a0<em>gut<\/em>\u00a0zu leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Seneca ist das Leben nicht kurz, schlechter Gebrauch macht es dazu. Die Gesch\u00e4ftigen verlieren ihr Leben auf der Jagd nach der Befriedigung von sinnlichen Begierden oder in Gier und Ehrgeiz. Der Tr\u00e4ge nimmt in seiner Tatenlosigkeit den Tod vorweg. Wer in\u00a0Mu\u00dfe\u00a0philosophiert, lebt. 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