Das Böse im Buddismus


Im Buddhismus wird das Böse nicht als feste Kraft, Wesen oder dauerhafte Charaktereigenschaft betrachtet. Vielmehr wird es als unheilsames Handeln und Geisteszustand
verstanden, der zu Leid führt ? für einen selbst und für andere.

1. Das Böse als unheilsame Wurzel (Akusala)

Der Buddha lehrte, dass das, was wir ?das Böse? nennen, aus drei unheilsamen Wurzeln entspringt:

Gier (Lobha) ? Verlangen, Anhaftung, egoistisches Begehren

Hass (Dosa) ? Zorn, Übelwollen, Grausamkeit

Verblendung (Moha) ? Unkenntnis der Wirklichkeit, insbesondere der Vergänglichkeit und des Nicht-Selbst
Wenn Handlungen von diesen Wurzeln motiviert sind, gelten sie als unheilsam (akusala).

2. Das Böse ist eine Handlung, nicht eine Identität. Der Buddhismus sagt nicht, dass ein Mensch böse ist.

Vielmehr begeht ein Mensch unheilsame Handlungen aus Unwissenheit und aufgrund seiner Umstände.

?Aus sich selbst heraus wird Böses getan; aus sich selbst heraus wird man gereinigt.?

Dhammapada
Das bedeutet, dass das Böse etwas ist, das man tut, nicht etwas, das man ist.

3. Das Böse und Karma
Unheilsame Handlungen erzeugen schlechtes Karma, das zu Leid führt, sei es jetzt oder in der Zukunft.

Beispiele hierfür sind:
Töten
Stehlen
Sexueller Missbrauch
Lügen
Drogenkonsum

Diese Handlungen werden die Fünf Gebote genannt, und ihr Bruch gilt als moralisch unheilsam.

4. Das Böse als Unwissenheit, nicht als Sünde. Im Gegensatz zu Religionen, die auf Sünde oder göttlichem Urteil basieren, lehrt der Buddhismus:

Das Böse entsteht aus Unwissenheit, nicht aus Erbsünde.
Es gibt keine ewige Verdammnis.
Jedes Wesen hat das Potenzial zur Erleuchtung ?

Selbst diejenigen, die Schreckliches tun, können sich durch Weisheit und Mitgefühl wandeln.

5. Das Gegenteil des Bösen
Das Gegenteil des Bösen im Buddhismus ist heilsames Handeln (Kusala),

das auf Folgendem basiert:

Nicht-Gier (Großzügigkeit)
Nicht-Hass (liebende Güte)
Nicht-Verblendung (Weisheit)

Einfach ausgedrückt:
Im Buddhismus ist alles Böse alles, was Leid und die Bindung an Unwissenheit verstärkt.

Gut ist alles, was zu Klarheit, Mitgefühl und Befreiung führt.